Journalisten, Blogs, Eigenwerbung

Don Alphonso greift Journalisten an, Miriam Meckel greift Blogger an und Fernsehsender „love to entertain you“. Ausserdem in der Medienlese: einseitige Nahostberichterstattung, Cheeseburger schlimmer als Google und eine sinnvolle Verwendung für Zeitungen.

1. Faule, fette Journalisten
(blogbar.de, Don Alphonso)
Don Alphonso knöpft sich Journalisten vor, die sich „freuen, wenn es das ein oder andere Blog derbröselt“.  Die „Strukturprobleme der Blogs“ würden nicht die „Strukturprobleme der Journalisten lösen“. Generell seien Journalisten „zu wenig meinungsfreudig (und) innovativ“, dafür aber risikoscheu, faul und fett.

2. Blogs und Stiftungen retten Journalismus nicht
(faz.net, Miriam Meckel)
Miriam Meckel, Professorin für Kommunikationsmanagement an der Universität St. Gallen, wirft Bloggern und Social Networks vor, nicht selber Inhalte zu erstellen. Neues sei lediglich eine „innovative Verlinkung von Altbekanntem“. Es reiche nicht aus, sich auf Bürgerjournalismus und wohlmeinde Stiftungen zu verlassen (wie Arianna Huffington vorschlägt), um Qualitätsjournalismus aufrechtzuerhalten.

3. Eigenwerbung der Privatsender nimmt zu
(taz.de, Wilfried Urbe)
Wem geht sie nicht auf die Nerven? Die Eigen-PR der TV-Sender mit ihrer „We love to entertain you“ und „Mein RTL“-Rhetorik. RTL bestreitet mittlerweile eine Stunde pro Tag mit diesen Clips. Doch diese Clips seien „Schlüsselerfolgsfaktoren der Kommunikation und der Werbung“.

4. Einseitige Berichterstattung über Israel?
(ufuq.de, Götz Nordbruch)
Der Nahost-Konflikt zwischen Israel und Palästina polarisiert. Jihad al-Khazen, ehemaliger Chefredakteur der in London erscheinenden Zeitung al-Hayat, wirft westlichen Medien die „Unterstützung Israels“ vor und hält das für den Grund „warum westliche Medien im Niedergang begriffen seien“. Götz Nordbruch weist auf die unterschiedliche Wahrnehmung des Konflikts und die Gefahr rassistischer und antisemitischer Ressentiments in der Berichterstattung hin.

5. Cheeseburger, Orangensaft und Zeitungen schlimmer als Google
(techcrunch.com, Erick Schonfeld)
Google ist stolz darauf, besonders umweltfreundlich zu sein. Um so härter muss Google die Debatte um den CO2-Verbrauch bei jeder Suche getroffen haben. Doch Mountain View schlägt zurück: Ein gepflegtes Mittagessen mit Burgern, Orangensaft und Zeitungslektüre sei viel klimaschädlicher

6. Zeitungen zu Cocktailkleidern
(usatoday.com, Olivia Barker)
Eine sinnvolle Verwendung für Zeitungen hat der Designer Isaac Mizrahi gefunden: Er verarbeitet sie zu Cocktailkleidern. Nur Rauchern und Kerzen sollte man damit nicht zu nahe kommen.