Tagesschau, UBS, Zeitungsgründung

Die Tagesschau zwischen Voyeurismus und Informationspflicht, die Abhängigkeit der Schweizer Medien von der UBS und eine mutige Zeitungsgründung in der Krise. Ausserdem Rivva, ein Live-Fake beim Axel-Springer-Preis und die erotischen TV-Erfahrungen des Harald Martenstein.

1. Gratwanderung bei der Tagesschau
(blog.tagesschau.de, Dr. Kai Gniffke)
Dr. Kai Gniffke, Chefredakteur von ARD-aktuell, berichtet von der Schwierigkeit abzuwägen, „wie viel man den Zuschauern (…) einerseits zumuten kann, und andererseits zeigen muss. Beispiel für diese „Gratwanderung“ sei ein Beitrag in der Tagesschau von 20 Uhr, in der ein schwer verbranntes Kind gezeigt wurde.

2. Die UBS und „die magische Kraft der drei Buchstaben“
(medienspiegel.ch, Fred David)
Fred David berichtet über eine „Schweigespirale“ in den Schweizer Medien, die insbesondere im aktuellen Umgang mit der UBS zu erkennen sei. Die wirtschaftliche Abhängigkeit von der UBS führe zu einem vorauseilendem Gehorsam gegenüber einem der grössten Anzeigenkunden.

3. Zeitungsgründung trotz Krise
(taz.de, Daniel Bouhs)
Mitten in der Zeitungskrise startet in Portugal eine neue politische Tageszeitung namens „I“. Daniel Bouhs findet besonders bemerkenswert, dass dort eine Einteilung in gewohnte Ressorts nicht mehr stattfindet. Die Nachrichten würden zu „Meldungshäppchen“, der Fokus liege auf Meinungen und Dossiers.

4. Rivva und die Polemik der F.A.Z.
(carta.info, Matthias Schwenk)
Matthias Schwenk analysiert die Berichterstattung der F.A.Z. über den Memetracker Rivva, dessen Weiterentwicklung nicht mehr fortgeführt wird. Er ist verwundert über die „Polemik und Schadenfreude“ mit der über die jüngsten Entwicklungen im Internet berichtet werde.

5. Live-Fake beim Axel-Springer-Preis
(medienpiraten.tv, Peer Schader)
Peer Schader berichtet über den Journalistenpreis, der zum ersten mal „live im Internet“ (Organisator Jan-Eric Peters) vergeben wurde. Neben einer „traurigen Bekanntgabe“ der Preisträger und „vorproduzierten Juryurteilen“ ärgert sich Schader über Sieger-Beiträge, die nicht einmal verlinkt würden und zahllose technische Probleme.

6. Harald Martenstein schaut „bodenständige Erotik“
(zeit.de, Harald Martenstein)
Harald Martenstein zappt sich durch 800 Sender seiner neuen Satelliten-TV-Anlage, sieht Parkplatz-Sex und achtziger Jahre Erotikfilme mit Sascha Hehn.