Pressefreiheit, Nachwuchs, CNN

Die Presseschau heute mit Pressefreiheit in Gefahr, boomenden Journalistenschulen und schlechten Quoten bei CNN. Dazu ein Appell an deutsche Verleger, eine willenlose Moderatoren-Marionette und eine video-bloggende Journalistenlegende.

1. Pressefreiheit weltweit rückgängig, Italien rutscht ab
(derstandard.at, APA/dpa/AP)
Zum Tag der Pressefreiheit weist der Weltverband der Zeitungen auf die Besorgnis erregenden Arbeitsbedingungen von Reportern hin. Laut einer Studie der Organisation Freedom House leben nur noch 17% der Weltbevölkerung in Ländern mit völliger Pressefreiheit. Besonders auffällig: Italien wurde wegen zahlreicher Verfehlungen herabgestuft und gilt jetzt als nur noch „teilweise frei“.

2. Immer weniger Jobs, aber US-Journalistenschulen boomen
(forbes.com, Lauren Streib)
Seit 2001 haben mehr als 10.000 Journalisten in den USA ihren Job verloren, doch amerikanische Journalistenschulen boomen. Trotz Zeitungskrise und steigenden Kosten verzeichnen Top-Universitäten wie Columbia, Stanford und NYU Zuwächse bei den Bewerberzahlen bis zu 38%.

3. CNN mit miesen Quoten
(faz.net, Matthias Rüb)
Amerikas Gesellschaft ist gespalten und das zeigt sich auch an den Quoten der Nachrichtensender. Nicht nur FOX News und MSNBC, sogar das „Leichtgewicht“ Headline News schafft es mit kurzen Zusammenfassungen an CNN vorbei zu ziehen.

4. Mehr Experimente wagen
(dnews.de, Fiete Stiegers)
Fiete Stiegers fordert „mutige Verleger statt ängstlicher Besitzstandswahrer im Journalismus“. Gerade die Zeitungskrise sei für Verleger der richtige Zeitpunkt Neues auszuprobieren und zu experimentieren.

5. Anchormann für Pressefreiheit
(rog.at)
Die Organisation „Reporter ohne Grenzen Österreich“ startet anlässlich des Tages der Pressefreiheit die Kampagne „Anchormann“. Das Motto der Kampagne lautet „Ohne Pressefreiheit sind Nachrichten keine Nachrichten“. Die Hauptrolle spielt eine willenlose Moderatoren-Marionette, die von unsichtbarer Hand geführt wird.

6. sueddeutsche.de lässt Sprachkritiker Wolf Schneider videobloggen
(sueddeutsche.de)
Wolf Schneider, Sprachkritiker, Journalist und langjähriger Leiter der Henri-Nannen-Schule, bloggt ab heute auf sueddeutsche.de. Laut Pressemitteilung wird er sich „in kurzen Videoblogs stets einer Gruppe widmen“. In der ersten Ausgabe knöpft er sich Feministinnen vor. Die Konkurrenz von der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung freut sich schon.