Netz-Evangelisten, Musical, Krise

Musical löst Zeitungskrise, Netz-Evangelisten sorgen für Skepsis und RSS-Abonnenten bekommen alles – unsere tägliche Blog- und Presseschau.

1. Das große Unverständnis (Carta, Matthias Schwenk) Warum die alten Medien skeptisch sind: „Die Netz-Evangelisten prahlen mit Reichweite und Netzwerkmacht, während die Skeptiker zurecht die Frage nach den Umsätzen stellen“, schließlich sei derzeit auch für gute Blogs die Luft in Sachen Monetarisierung reichlich dünn. 2. Gute Überschriften gegen die Krise (JakBlog, Christian Jakubetz) Ein Bild-Haudegen trainiert die Redaktion der Passauer Neuen Presse – und Jakubetz ätzt: „Ein über 60-jähriger Ruheständler soll jetzt also als probates Krisenmittel altgedienten Zetungsredakteuren zeigen, wie man Überschriften und Bildtexte macht. Sprechen wir uns doch mal, sagen wir, im Sommer 2010 wieder.“ 3. Medien-Blogger unter der Armutsgrenze (Ruhrbarone, David Schraven) Bernd Ziesemer, Chefredakteur des Handelsblatt auf Wirtschaftsjournalismus-Tagung in Köln: „Eine ‚besondere Kategorie von Dummschwätzern‘ finde sich unter den Medien-Bloggern (…) die versuchten ‚ein paar lousy Pennys zu verdienen, dabei aber nicht mal auf Hartz-IV-Regelsatz kommen‘. Diese würden dennoch den Journalisten täglich empfehlen, ihre Printprodukte einzustampfen und nur noch auf Online zu setzen – obwohl dort offenbar nicht so viel Geld zu verdienen sei.“ 4. Tagesanzeiger bedient sich bei Flickr (Courant Normal, Dom Dada) Der Tagesanzeiger hat vier Bilder von Zürichs außerhalb der Schweiz auf Flickr gefunden. Zwei tragen eine CreativeCommons-Lizenz, zwei sind mit „Alle Rechte vorbehalten“ ausgezeichnet. Ob die Fotografen von ihrem Publikations-Glück wissen? 5. RSS-Abonnenten als spannende Zielgruppe (KoopTech, Christiane Schulzki-Haddouti) Burdas Scienceblogs hat rund 3000 RSS-Abonnenten – und liefert ihnen komplette Artikel. Eine interessante Zielgruppe für die Werbung: „Bei uns sind das – wie wir durch eine Nutzerbefragung wissen – zu Zweidrittel Akademiker mit überdurchschnittlich hohem Einkommen. Und diese Gruppe der RSS-Abonnenten ist durch andere Werbeformate kaum mehr erreichbar“, sagt Manon Littek im Interview. 6. Saving Newspapers (Video) (YouTube, Jonathan Mann) Dieses großartige Zeitungskrisen-Musical wurde erst rund 10.000 Mal angesehen – die Chancen stehen also gut, dass es „fresh“ für unsere geschätzten Leser ist (sonst stünde der Zähler schließlich längst bei etlichen Millionen):