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Ein Interview mit dem Neon-Chef, so schön war die Revue, und ein Boulevardportal ist das politische Leitmedium Deutschlands: Spiegel Online. Unsere wochentägliche Presseschau.

1. „Von Kanzlermachern und Politikberatern“
(medienheft.ch, Leif Kramp und Stephan Weichert)
Spiegel Online ist nach einer Befragung von „32 Experten aus Politik und Wirtschaft sowie Journalisten aus den Politikressorts sämtlicher Mediengattungen“ das „mit Abstand schnellste und flexibelste Nachrichtenmedium“ und hat sich den „Ruf eines Trendverkünders und unerschütterlichen Agenda-Setters“ erarbeitet: „Manche Korrespondenten sehen sich von den Zentralredaktionen mitunter sogar mit dem Auftrag konfrontiert, vorrangig die Themen von ‚Spiegel Online‘ als Ausgangspunkt für ihre Berichterstattung zu wählen.“

2. „‚Neon‘-Chef will Leser ’nicht verarschen'“
(meedia.de, Oliver Scheiner)
Interview mit dem Chefredakteur der Zeitschrift Neon (hier von uns getestet), Michael Ebert, den seine guten Verkaufszahlen viel mehr interessieren als die Meinung von Oliver Gehrs: „Ich unterscheide nicht zwischen plakativem und weniger plakativem Journalismus, ich unterscheide zwischen gutem und schlechtem Journalismus. Wir überlegen uns sehr genau, welche Geschichte unsere kritischen und schlauen Leserinnen und Leser am meisten interessiert.“

3. „So bunt wie Welt und Leben“
(zeit.de, Stephan Lebert)
„Das Ende von Bauers Magazin ‚Revue‘ erinnert uns an die große Zeit der Illustrierten.“

4. „‚TV Movie Digital‘ – nicht mehr als Papierverschwendung“
(dwdl.de, Thomas Lückerath)
„Über schlecht gemachtes Fernsehen lästern Medienjournalisten gerne. Über schlechte Print-Titel weniger. Vielleicht, weil viele Kollegen selber bei einem arbeiten.“

5. Was zeichnet Frau Blocher aus?
(henusodeblog.blogspot.com)
Die Ehefrau eines ehemaligen Bundesrates wird von der Sonntagszeitung ausführlich zu einer Schulreform interviewt. Warum eigentlich?

6. „Wer gegen Schwaben ist, ist auch nur Rassist“
(tagesspiegel.de, Gerrit Bartels und Ulf Lippitz)
„Die Multikulti-Lüge, der Kiez-Muff und die kleine Welt von ‚Spiegel‘-Redakteuren: Wer sich das Denken zu einfach macht, bekommt es mit Sven Regener zu tun.“