medienlese – der Wochenrückblick

Geburtstag bei Ringier und Tessiner Zeitung, Freude bei Oliver Gehrs Dummy-Verlag, harte Kritik an den Mediatheken der ARD, beliebter Link auf Bildquellen.

Geburtstag bei Ringier und Tessiner Zeitung, Freude bei Oliver Gehrs Dummy-Verlag, harte Kritik an den Mediatheken der ARD, beliebter Link auf Bildquellen.

Feierte mit über tausend Gästen in Luzern: Michael Ringier auf der Feier zum 175. Firmenjubiläum (Bild Keystone/Urs Flueeler)Ringier feierte in Luzern 175. Geburtstag. In der NZZ gab es anlässlich einen Rückblick auf die Firmengeschichte und einen (kleinen) Ausblick auf die digitale Zukunft. Wer alles zu Gast bei dem größten Medienunternehmen der Schweiz war, lässt sich beim Durchklicken der Bildstrecke auf persoenlich.com erahnen. Auch der bei Ringier als Berater unter Vertrag stehende Ex-Kanzler Gerhard Schröder kam zur Feier – dafür war die Investition also gut.

Gio Rezzonico, Verleger der Tessiner Zeitung, in seinem Büro in Locarno. (Bild Keystone/Karl Mathis)Nur wenig kleiner dürfte die Geburtstagsfeier der Tessiner Zeitung ausfallen. Einhundert Jahre gibt es die Zeitung schon, seit 2005 erscheint die Deutschschweizer Zeitung wöchentlich im kompakten Format. Rund die Hälfte der Leser (Auflage 8583) wohnt nicht dauerhaft im Tessin, viele kommen übers Wochenende – italienisch verstehen auch nicht alle, weshalb die Tessiner Zeitung die einzige Informationsquelle ist.

Gefeiert wurde wohl auch in Berlin: Die Dummy Media GmbH darf sich über die gewonnene Ausschreibung für den Fluter freuen, der Jugendzeitschrift der Bundeszentrale für politische Bildung. Die Mitarbeiterzahl des Berliner Verlags sei deshalb auf zehn erhöht worden, berichtet der Mediendienst Kress. Fluter erscheint viermal im Jahr in einer Auflage von 250.000 Exemplaren. Bisher durfte der Süddeutschen Verlag die Jugend bilden und für Politik begeistern, ehemalige Mitarbeiter der eingestellten crossmedial neu ausgerichteten jetzt waren mit dabei.

Alles andere als gefeiert wurden hingegen die Mediatheken der ARD, die „ARD Mediathek“ und „Das Erste Mediathek“. Allein schon, dass es zwei verschiedene Angebote gibt: „Dem Nutzer allerdings wird sich kaum erschließen, warum er mal die Mediathek des Ersten, mal die ARD-Variante anklicken soll“, schreibt die Frankfurter Rundschau. ARD-intern ganz logisch: Die Seite des ersten Programms wird vom Bayerischen Rundfunk betreut, die der ARD vom SWR. Alles klar? Doch das ist nur ein kleines Detail:

  • „… ein absolutes Desaster. Die Mediathek zeigt einmal mehr, wie sich die ARD mit ihrem föderalen System selbst blockiert“ (dwdl.de, Thomas Lückerath)
  • „Bei einem Blick auf diese Seite fühlt man sich unfreiwillig in eine Zeitreise an das Ende der 90er Jahre versetzt.“ (JakBlog)
  • „Die große ARD schafft es offenbar nicht, mit reichlich Gebührengeldern eine vernünftige Plattform ins Netz zu bringen …“ (Turi2, Peter Schwierz)
  • „Bilder in Zigarettenschachtel-Größe – und Schnipsel statt ganzer Sendungen – die ARD-Mediathek gibt ein schlechtes Bild ab.“ (Spiegel Online, Dirk Kunde)
  • „Die ARD Mediathek steht online – allerdings zunächst in einer seltsamen Testphase und in bescheidener Qualität: Das ‚Fernsehen auf Abruf‘ bekommt die Konkurrenz vorläufig besser hin.“ (Süddeutsche Zeitung, Simon Feldmer)

Der beliebteste ?6 vor 9?-Link führte auf die große Sammlung mit Bilderquellen „How to find images on the internet“. Populärste Beitrag der vergangenen Woche hier auf medienlese.com war die Pornoseiten verlinkende Zeit – die in einem Internet-Spezial bewiesen hat, dass sie das Netz besser versteht als die gedruckte Konkurrenz.