medienlese – der Wochenrückblick

Nazi-Skandale, Wasserspiele, Promisaufen.

Die Liste der Woche erstellte das Blog Coffee and TV: Ein unmöglich vollständige, aber doch sehr aufschlussreiche Auflistung der „skandalösesten Skandale und der empörenswertesten Entgleisungen“. Studiert man die „Nazi-Skandale“, fällt vor allem auf, dass sie in immer kürzeren Abständen vorfallen (was an der Zusammenstellung liegen kann, aber auch an der zunehmenden Hysterie der Medien, die sich auf solche Äusserungen wie verhungerte Tiere stürzen). Falls jemand nicht ins Dschungelcamp eingeladen wurde und nicht komplett unbekannt ist: es ist eine ziemlich sichere Methode, um mal wieder in die Schlagzeilen zu kommen.

20min.ch testete erfolgreich die Weisheit der Massen und fand so heraus, dass das seit kurzem im Internet an allen Ecken und Enden auftauchende Bild von ein paar Jungs im Pool, die mittels Badelatschen eine schwimmende Stromleiste gebastelt haben, gestellt war. Andreas Wessels aus Nordwalde: „Natürlich war da kein Strom drauf. So verrückt sind wir nicht.“ Die Bilder „seien am Nachmittag des 1. Juli 2007 während einer Lan-Party“ entstanden.

Der Verlag Gruner + Jahr wurde Alleineigentümer der Finanicial Times Deutschland, persoenlich.com versammelte „Kampagnen und Inserate, die so nie erschienen sind“ und Hugo Egon Balder hatte die glorreiche Idee einer Show, in der Promis saufen. Arbeitstitel: „Der Klügere kippt nach„.

Horst Schlämmers Blog wurde von Sex-Werbung besetzt und ist zurzeit nicht mehr erreichbar, ein Ur-Blogger wurde aufgefunden, das Schicksal der Qualitätsjournalisten mit dem der inzwischen ausgestorbenen Parketthändler / Ringhändler verglichen. Und der Blick deckte auf, dass in Thomas Gottschalks Sendung „Wetten dass…?“ mit Farbstiften betrogen wurde.

Der Chefstratege der Schweizer SVP, Christoph Mörgeli, dementierte die Frage, ob er Verleger (des Jahres) werden wolle, mit den Worten: „Wahrscheinlich nie. Eine Tageszeitung ist eine zu grosse Kiste. Es ist einfach zu teuer.“ Die Sonntagszeitungen verloren Leser. Peter Hogenkamp war bereit für die Cebit. Prinz William wollte Erfahrungen im Journalismus sammeln und plagiat.ch fand heraus, dass Dr. House eigentlich eine Kopie von Sherlock Holmes ist.