medienlese – der Wochenrückblick

Polyp Google, Altpapier für Tote.

Polyp Google, Altpapier für Tote.

Google als grausame und allesverschlingende Krake zu sehen ist offenbar ein beliebtes Bild, jedenfalls auf deutschschweizer Redaktionen. Nach Heute und der Sonntagszeitung stellte nun auch das Magazin das Unternehmen als glitschigen Polyp dar, dessen Riesenhaftigkeit und Fürchterlichkeit in der Dunkelheit der Tiefe des Datenmeeres nicht recht abzusehen ist. Dazu ists eine neue Konkurrenz, die die etablierten Verlagen um ihre traditionellen Werbeeinnahmen fürchten lässt. Aber das wird sicher nicht der Grund sein, warum die Firma so dargestellt wird.

K. Latsch vom Zürcher Presseverein konnte die Altpapierflut trotz eifrigem Bemühen nicht aufhalten. Trotz mehrfacher Abbestellung kriegt Latsch das Migros-Magazin (ehemals Brückenbauer) sowohl für sich, für seine verstorbene Mutter und für seine verstorbene Grossmutter.

In Sri Lanka stürmte ein Minister in den nationalen TV-Sender, um sich über die Berichterstattung zu beschweren. Nach einem Handgemenge wurde er „samt Entourage“ in ein Zimmer eingeschlossen und erst nach einer Entschuldigung wieder herausgelassen.

Schon im Mai entdeckte CHINADaily den deutschen Altkanzler Gerhard Schröder, zusammen mit Wen Jiabao, dem chinesischen Premier. Mit dieser Brille, die er neuerdings öfters trägt, ist er allerdings kaum mehr zu erkennen.

Schon etwas länger her ist der Titel „Jetzt drängt Google auch auf den Werbemarkt“ eines Artikels des Kleinreports. Offenbar gehört die Werbung im Internet, mit dem Google hauptsächlich, wenn nicht ausschliesslich sein Geld verdient, nicht zum Werbemarkt, wie ihn der Kleinreport sieht. Ein weihnachtliches Bild gelang der Financial Times Deutschland, was die Werbeverteilung bei den TV-Sendern betrifft: „Neue Sender knabbern am Werbekuchen„.

Abschliessen wollen wir den Wochenrückblick mit ebenfalls nicht ganz frischen, aber zukunftsweisenden Zitat (wir fanden es am 13.12. bei Thomas Knüwer). Es stammt von Jason Calacanis: „Es lohnt sich nicht, sich mit Menschen zu beschäftigen, die das Internet nicht verstehen. Die sind sowieso bald tot.“