medienlese – der Wochenrückblick

Kleber klebt, keine Kommentare, keine Mafia.

Kleber klebt, keine Kommentare, keine Mafia.

Videoblogger und Spiegel-Kulturchef Matthias Matussek wurde gemäss Tagesspiegelstrafversetzt„. Ein ZDF-Fernsehmoderator (Claus Kleber) soll sich überraschend nächstens im Chefredaktionssessel des Spiegels wieder finden – sein Arbeitgeber kämpft derweil noch um ihn. Die Clap-Redaktion legte Zeitschriften auf die Küchenwaage. Eine eigene Facebook-Gruppe für Schweizer Blogs wurde gegründet. Binningen musste für eine Nacht ohne TV und Internet auskommen. Ein Schweizer Politiker schrieb Leserbriefe mit Inhalten aus der Weltwoche. Die Schweizer Gratiszeitung News erschien erstmals und .ch-Verleger Sacha Wigdorovits wurde von der Sonntagszeitung gesehen, wie er eigenhändig sein Produkt auf die Ständer hievte (weil es nicht korrekt platziert war).

Sueddeutsche.de zog ihre Schlüsse aus dem Niggemeier-Urteil des Hamburger Landgerichts und bietet „ab sofort“ nur noch Leserbeteiligung von 8 bis 19 Uhr. Ausserhalb dieser „Arbeitszeiten“ können „keine Kommentare publiziert werden„. Gez. „Die Chefredaktion“.

Giuseppe Scaglione von den beiden Kabelradios Radio 105 und Radio Monte Carlo sagte auf einen Angriff von Roger Schawinski (der eben ein Radio gegründet hat, das auf der Idee des Berliner Radio 1 basiert und dazu noch gleich heisst), er habe seine Idee abgekupfert, dem Kleinreport: „Es ist eine alte und zudem billige Taktik, bei fehlenden Argumenten die Finanzierung unserer italienischen Partner in ein schiefes, dubioses, ja sogar mafiöses Licht stellen zu wollen. Unsere Partner sind absolut seriöse, professionelle und in Italien sehr angesehene und erfolgreiche Radioleute sowie dem Bundesamt für Kommunikation (Bakom) seit über 10 Jahren bestens bekannt.“ Auch Schawinski würde diese Leute kennen. Dieser kündete weitere Vorstösse in medienmonopolisierte Schweizer Regionen an.

Die USA legten mal wieder vor, was die Zukunft der Medien betrifft. Eine Studie über die 100 grössten US-Tageszeitungen zeigte, dass inzwischen 92 Prozent dieser Zeitungen Videos, und 49 Prozent Podcasts auf ihrer Website anbieten. „95 Prozent der Blätter haben Blogs – so etwas wie Online-Tagebücher einzelner Journalisten –, und 93 Prozent der Redaktionen laden ihre Nutzer dazu ein, diese Blogs zu kommentieren. Ein Drittel der Zeitungen gestaltet inzwischen das gesamte Online-Informationsangebot interaktiv und ermöglicht es den Nutzern, alle Beiträge mit Statements zu versehen.“

Chris Anderson schrieb im Economist, dass sich das Verrechnen von Speicherleistungen bald nicht mehr lohne. Der Tages-Anzeiger sorgte sich hingegen darum, wie man mit diesen Daten umgehen könne, ohne sich zu verzetteln.

Die linke Schweizer Wochenzeitung WOZ brachte in einem Sonderbund einen Vorschlag, wie eine neue Tageszeitung aussehen könnte.

Silvia Aeschbach wurde beim Blick freigestellt. Mit „arroganten Besserwissern und Egomanen“ könne sie nichts anfangen.

Ein Medienrechtler forderte ein Ablaufdatum für Webseiten. Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder mahnte ein Weblog ab und Philippe Surber besuchte den ersten realen Online-Shop der Schweiz. Das Licht wurde am Samstagabend für 5 Minuten ausgeschaltet, jedenfalls von einigen.