medienlese – der Wochenrückblick

Der Blick offerierte seinen Lesern einen in drei Altersklassen aufgeteilten Test, um herauszufinden, ob sie vielleicht Idioten sind. Frage 1: „Arbeiten Sie in einem Büro mit Töggelikasten oder Pingpong-Tisch?“ Frage 5: „Hattest oder hast du eine Vokuhila-Frisur?“. Frage 8: „Frau: Zwingen Sie ihn dazu?“. Die Auswertung ging so: „Mussten Sie in Ihrer Altersklasse mehr als vier Mal «Ja» antworten? Uiuiui. Bei Ihnen ist Hopfen und Malz fast verloren.“ Dafür wurde aber gleich auch Lebenshilfe offeriert. Punkt 7: „Nehmen Sie diesen Test nicht zu ernst – Sie sind kein Idiot, schliesslich lesen Sie Blick Online. :-)“.

Richtig schöne Bildergalerien gab es diese Woche. Eine, die sich „Love is in the air“ nannte. Und eine, die sich „So schön war?s beim Fernsehpreis“ nannte.

Wir lieferten zwar 50 Zitate diese Woche, aber bild.de zeigte schnell mal, wie man das richtig macht und schrieb über den Abgang von eines CSU-Politikers: „Unter stehenden Innovationen verlies Edmund Stoiber das Rednerpult„.

Die Berliner Zeitung portraitierte ein Buch von Philip Hartmann über die stabilisierenden Auswirkungen von Harald Schmidt auf Partnerschaften („Durch das gemeinsame Interesse an Harald Schmidt und durch den gemeinsamen Rezeptionsprozess können die Diskutanten ihre Beziehungen pflegen und stabilisieren“). Die Zukunft von Pop gehörte den Mikrohits.

Die Junge Welt meinte, anders als man es in den meisten Medien lesen kann, in einem Artikel über den gegenwärtigen 14. Dalai Lama, den Mönch Tenzin Gyatso, er sei „ein reaktionärer Feudalherr und gewaltbereiter Rassist„. SF-Chefredaktor Ueli Haldimann trauerte um einen in Burma erschossenen Journalisten. Günter Wallraff testete Muslime.

Harald Martenstein schrieb, er könnte jetzt ohne Weiteres den Satz „Im Nationalsozialismus ist vieles sehr schlecht gewesen, aber einiges auch sehr gut, zum Beispiel die Ablehnung des Teamworks“ schreiben. Und Eva Herman erwägte arbeitsrechtliche Schritte gegen ihren ehemaligen Arbeitgeber, den NDR, weil sie weder etwas Verwerfliches, noch etwas Falsches gesagt habe. Die SVP klaute ein schwarzes Schaf. Und ich stiess just diese Woche auf ein Blog, das sich Plagiaten widmet.