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Drei Rügen für „Bild“

Der Presserat hat abermals sieben Rügen ausgesprochen. Drei davon gehen an „Bild“*.

So hatte „Bild“ über einen Verkehrsunfall berichtet, bei dem u.a. der dafür verantwortliche Fahrer starb. Laut Presserat habe „Bild“ den Fahrer durch den Abdruck „negativer Aussagen ausschließlich anonymer Quellen (…) in ein schlechtes Licht gerückt“ und ein identifizierbares Foto veröffentlicht, was als „Ehrverletzung“ ein Verstoß gegen Ziffer 9 des Pressekodex ist.

Außerdem hatte „Bild“ nach dem Selbstmord eines Polizisten ein identifizierbares und „unangemessen sensationelles“ Foto veröffentlicht, was der Presserat als Verstoß gegen Richtlinie 8.5 des Pressekodex wertet.

Einen Bericht über den Tod zweier Menschen bei einem Friedhofsbesuch hatte „Bild“ mit dem Foto eines der Toten illustriert. Laut Presserat (der in diesem Fall eine „nicht-öffentliche“ Rüge aussprach) sei das Foto jedoch „nicht ausreichend gepixelt“, der Tote also identifizierbar gewesen. Zudem sei die zweite Tote durch den Nachnamen, der auf dem Grabkreuz eines Angehörigen lesbar war, ebenfalls erkennbar gewesen.

„Bild“ wurde damit in diesem Jahr insgesamt sechs Mal gerügt. Das sind weniger Rügen als in den vergangenen Jahren (2004: zwölf; 2003: neun, 2002: elf), aber abermals mehr, als gegen jedes andere Medium ausgesprochen wurden.

PS: Zu der öffentlich bereits heftig kritisierten „Bild“-Schlagzeile vom 30. November („Wird sie geköpft?“) teilt der Presserat mit, es seien dazu bislang „rund 30 Beschwerden“ eingegangen.

*) Auch „Bild“ ist den „journalistischen Leitlinien“ der Axel Springer AG verpflichtet, die sich ausdrücklich auf die „publizistischen Grundsätze des Pressekodex“ berufen.