Hit Me Baby One More Time

Seit einigen Wochen vergeht kaum ein Tag, ohne dass „Bild“ Britney Spears diffamiert. In den Artikeln, denen meist jeder Nachrichtenwert fehlt, wird sie in endlosen Wiederholungen so dargestellt: „rauchende, trinkende, feiernde und zügellose Pop-Queen“, „missraten“, im „andauernden Karrieretief“, „unglamourös, heruntergekommen und abgewrackt“, „aufgedunsen, ungeschminkt, verantwortungslos, rücksichtslos“, „Miss Dixie-Klo“, „Tournee-Desaster“, „sexsüchtig, keine Spur mehr von der einstigen Pop-Prinzessin“ etc. etc.

Vorläufiger Höhepunkt ist dieser Artikel, der mit der Schlagzeile rechts angekündigt wird und dessen sabbernde Zweideutigkeit sich nicht auf das „Wortspiel“ Muschel/Muschi beschränkt. Einziger Anlass ist ein nichtssagendes Bild, das Britney mit ihrem Verlobten im Urlaub zeigt. „Heiß“ an den „heißen Fotos“ ist ausschließlich die Außentemperatur, die Anzahl der gezeigten „Fotos“ beträgt 1 (eins). Dieses genügt der „Bild“, zum x-ten Mal Unfreundliches über Frau Spears zu verbreiten und die Formulierung „Pop-Prinzessin a.D.“ einzuführen.

Frau Spears ist aktuell für vier MTV Video Music Awards nominiert, ihre Single „Everytime“ war acht Wochen in den deutschen Single-Top-Ten und erreichte Platz 4, in den MTV Euro Charts liegt sie zur Zeit auf Platz 3.

Wir wissen nicht, was Britney der „Bild“-Zeitung getan hat. Vermutlich muss man sich um Frau Spears auch keine Sorgen machen. Merken sollte man sich nur, mit wie wenig Fakten und Anlässen das Blatt auskommt, wenn es jemanden offenkundig vernichten will.

Nachtrag: Den Spott der „Bild“ hat sich Britney auch dadurch zugezogen, dass sie in die Muschel hineinpustete:

Hat ihr denn noch niemand erklärt, dass man die Dinger an die Lauscher halten muss, wenn’s rauschen soll?

Jaha, der „Bild“-Redakteur macht sich als Tourist auf Hawaii natürlich zum Affen, indem er in die „Pu“ genannten großen Muscheln reinhorcht, statt sie — wie es dort Tradition ist — als Blasinstrument
zu benutzen…

Danke an Jörg für den Hawaii-Muschel-Hinweis!